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Brückenelement Suhrebrücke

Dritte Erweiterung: Die Suhrebrücke von 1770 erhält in der Nacht auf Freitag einen Anbau.

Historische Verkehrswege

Man sieht es der Suhrebrücke an der Tramstrasse nicht an: Sie und die Brücke über die Wyna nördlich des Möbel Pfister sind die beiden ältesten Brücken im Kanton, über die der Verkehr heute noch rollt. Beide stammen aus dem Jahr 1770, also noch aus bernischer Zeit, und beide sind im Inventar der historischen Verkehrswege der Schweiz (IVS) verzeichnet. Aber anders als die Wynenbrücke gibt sich jene über die Suhre weniger als historisches Bauwerk zu erkennen.

Das solide Gewölbe aus Kalksteinquadern ist nur vom Flussbett her zu sehen. Das liegt daran, dass die Brücke schon zweimal verbreitert wurde, 1948 auf beiden Seiten. Und nun, im Zuge der gross angelegten Sanierung der Kantonsstrassen in Suhr, steht die dritte Verbreiterung an. Nachdem die WSB-Schienen aus der Tramstrasse herausgerupft wurden, erfolgt in der Nacht von morgen Donnerstag auf Freitag der Hauptakt der Brückenverbreiterung.

Verlad des vorgefertigten Brückenelementes im Werk Däniken
Versetzen des Brückenelementes in Suhr
Fahrplanmässiger Ablauf

Das Setzen des Elements verlief ohne Probleme und vollkommen fahrplanmässig. Dies unter den Augen von Alex Joss, Projektleiter Sanierung Kantonsstrassen Suhr, und Roberto Scappaticci, stellvertretender Sektionsleiter Brücken und Tunnel im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

Kaum hatte der letzte Bus kurz nach Mitternacht die Brückenbaustelle in Richtung Aarau passiert, nahte von Westen her der Tieflader mit dem neuen Brückenbogen. Um seine Last in die richtige Position bringen zu können, musste der Laster aber noch wenden. Erst als er ein paar Minuten später von der Seite «Bären» her wieder auftauchte, wurde die Tramstrasse definitiv für den Verkehr gesperrt, weil der Tieflader nun vor dem Café Leiser auf der Strasse stand.

Kniffliges Einpassen

Wenige Minuten später schwebte der Bogen, an vier Haken eines riesigen Mobilkrans hängend durch die Nacht und senkte sich langsam gegen die Suhre hinunter. Das Einpassen in die Widerlager brauchte mehrere Anläufe – und für die Feinarbeit auch ein wenig Manpower. «Drücken», lautete die Devise. Um 00.43 Uhr waren das Element und die Widerlager an beiden Ufern der Suhre bündig und der Kranführer konnte den sich bisher leicht gegen Norden neigenden Betonbogen auch auf der südlichen Rückseite ganz auf die Widerlager absinken lassen, sodass kein Zwischenraum mehr zwischen der bisherigen Brücke und dem neuen Betonelement mehr blieb. Nichts bewegte sich mehr – und es wird sich auch nichts mehr bewegen. Was nun noch anstand, war die Verbindung der alten und neuen Brückenteile miteinander zu einem Ganzen mit Beton.

Um 00.45 verliess der Tieflader die Baustelle und die Tramstrasse konnte für den Verkehr wieder freigegeben werden. Die Sperrung hatte effektiv rund eine halbe Stunde gedauert.

Produktionsplan des vorfabrizierten Brückenelements
Fakten

Objekt
Suhrebrücke
5034 Suhr

Bauherrschaft
Departement Bau, Verkehr und Umwelt
5001 Aarau

Ingenieur
Rothpletz, Lienhard + Cie AG
5001 Aarau

Unternehmer
Kibag Bauleistungen AG
4900 Langenthal

Leistungsumfang
  • Erstellen der Schalungs- und Bewehrungspläne (Werkplanung)
  • Fabrikation der Betonfertigteile
  • Koordination und Organisation des Transports