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Park&Rail Stein-Säckingen
Referenzobjekt Stein-Säckingen

625 Kubikmeter Beton. 176 Tonnen Stahl. Beides im Werk zu Elementen ­verarbeitet und in Stein-Säckingen zu einem Ganzen verbaut, prägt das statische, architektonische und materialästhetische Erscheinungsbild des neu erstellten Parkhauses. Die Stahl-Beton-Konstruktion setzt sich aus vorgespannten Rippenplatten, Fertigbetonteilen zweier Ein- und Ausfahrtsrondellen sowie aus ­stählernen Trägern und Betonwänden zusammen. Das Systembauwerk zeugt von einem fein austarierten konstruktiven Zusammenschluss von Beton und Stahl – und von einer proaktiven Handlungskompetenz der Baupartner.

Bad-Säckingen Park&Rail

Bauinfo

Objekt: SBB Park-and-Rail-Parkhaus Stein-Säckingen
Auftraggeber: Schweizerische Bundesbahnen SBB
Planer- & Ingenieurdienstleistungen: B+S AG, Markus Leuthard
Generalunternehmer: Birchmeier Baumanagement AG, Markus Mathis
Vorfabrizierte Betonelemente: MÜLLER-STEINAG ELEMENT AG Werk Schachen und Däniken

Wie viele andere Bahnhöfe auch, ist Stein-Säckingen von einem Wegfall des Güterumschlags und Abzug des Personals betroffen. Bei der Steiner Bevölkerung wuchs daher das Gefühl, es werde nur abgebaut und der Bahnhof verliere mehr und mehr an ­Bedeutung. Durch den Umbau des Bahnhofvorplatzes zum modernen Busterminal und dem kürzlich fertiggestellten Parkhaus konnte nun aber das Gegenteil bewiesen werden. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Schaffung von Park-and-Rail-Parkplätzen sorgen in Stein für mehr Lebensqualität: Die ständige Zunahme des motorisierten Individualverkehrs wird gebremst und die Gefahr gebannt, dass die Gemeinde über kurz oder lang am Autoverkehr erstickt. Sinnbildlich für diesen herbeigesehnten Effekt steht das 106 Meter lange, 16,5 Meter breite und 13,5 Meter hohe Park-and-Rail-Parkhaus aus Beton und Stahl – und die extensiv begrünte, mit Sandinseln für Wildbienen durchsetzte 1100 Quadratmeter grosse Dachfläche. Damit wird der Natur Lebensraum gelassen – und mit weniger Verkehr und einem Bahnhofplatz, der sich neu als grosszügige Begegnungszone präsentiert, auch Lebensraum für die Menschen.

Passgenauigkeit bei den Elementen und in der Teamarbeit

Das Beispiel Parkhaus Stein-Säckingen führt eindrücklich vor Augen, wie Planen und Bauen in Beton und Stahl in einem Zusammenhang mit Schaffung und Erhalt von Lebensräumen stehen kann. Eine wichtige Voraussetzung dazu ist der verantwortungsvolle Umgang mit den verbauten Materialen selbst. Hierfür leistet die industrielle Vorfertigung hochwertiger Betonteile einen wesentlichen Beitrag. Vorgespannte Betonfertig­decken oder Betonelemente für die Ein- und Ausfahrtsrondellen, wie sie im SBB-Parkhaus in Stein-Säckingen verbaut wurden, sind Ausdruck des modernen und ökologischen Betonbaus und überzeugen in bauphysikalischer wie auch statischer Hinsicht. Werkseitige in den Beton vorgespannte Stahldrähte oder Stahllitzen verringern die Verformung und erhöhen die Tragfähigkeit der Decke. Überhaupt führen modernste, witterungsunabhängige Fertigungsprozesse im Werk, verglichen mit Ortbeton, zu homogeneren Resultaten, zu höheren Betongüten, und dies mit weniger Grundmaterial. ­Das ­sichert die Werthaltigkeit eines Gebäudes längerfristig. Die effiziente und wiederum nahezu witterungsunabhängige Montage der zeitgenau auf die Baustelle gelieferten Betonfertigteile erleichtert eine effiziente Planung, verkürzt die Bauzeiten und führt zu Termin- und Kostensicherheit. Bei einer Toleranz von +/- 2 cm, wie er im Stahlkonstruktionsbau maximal zulässig ist, ist absoluter Verlass auf die Passgenauigkeit jedes ­einzelnen Betonelements zwingend, will man Bauverzögerungen, Kostenüberschreitungen und viel Ärger ausschliessen.

 

Parking Bad Säckingen

Aber auch sonst sind die Vorteile des Systembaus in Beton und Stahl nicht zu übersehen. Hier im Parkhaus in Stein-Säckingen fällt auf, dass es im Bereich der Parkplätze keine freistehenden Träger gibt – eine Tatsache, die wohl manch einer Autotür beim Öffnen zugutekommt. 16 Meter lange, die volle Parkhausbreite überspannende Rippenplatten ermöglichen diesen platzsparenden Vorteil.

Herausforderungen in direkten Nutzen umgewandelt

Als zentrale Herausforderung stellten sich während der Bauphase in Stein-Säckingen vor allem die Platzverhältnisse heraus: Zwischen Strasse und Schiene platziert, standen für das 16 Meter breite Parkhaus nur gerade 20 Meter Platz zur Verfügung. «Bei so wenig Raum spielt die AVOR noch eine zentralere Rolle als sonst schon – ja ­erweist sich als matchentscheidend für den Bauerfolg», betont Markus Mathis, Projektleiter Birchmeier Management AG.

Keine Unterbrüche dank unternehmensübergreifender Teamarbeit

«Just-in-Time-Lieferungen und Montagen sind absolute Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf auf der Baustelle», stellt Markus Mathis fest und bestätigt, dass genau dies mit der MÜLLER-STEINAG ELEMENT AG einfach reibungslos funktioniere. Und um diesen so wichtigen Aspekt zusätzlich zu unterstreichen: «Insgesamt wurden für diesen Ingenieurbau 98 solcher Bodenplatten verlegt. Während 2 ½ Wochen wurden etwa im 40-Minuten-Rhythmus Rippenplatte um Rippenplatte, Stahlträger um Stahlträger heranchauffiert und sorgfältig versetzt – eine beachtliche baustellenlogistische Herausforderung. Als eingespieltes Team von verschiedenen Unternehmungen im Stahl-, Beton- und Fassadenbau, das bereit und es sich auch gewohnt ist, über den eigenen Tellerrand zu schauen, meisterten wir das problemlos.» Was gemäss Markus Mathis natürlich nicht heisse, dass es auf der Baustelle keinerlei Probleme gegeben hätte. Aber immer habe man solche pro­aktiv anzugehen und klug zu lösen gewusst.

Viel ist im Zusammenhang mit dem Parkausbau in Stein-Säckingen die Rede von sperrigen, aber fein aufeinander einjustierten und passgenau eingesetzten Beton- und Stahlbauteilen. Dass für den Erfolg der sprichwörtlich «harten» Konstruktion vor allem auch weiche Faktoren verantwortlich sind, wurde hier exemplarisch aufgezeigt. Wie ein Katalysator halten diese den (Baustellen-)Organismus am Laufen. Die Leistungen der MÜLLER-STEINAG ELEMENT AG stehen für beide Arten der Passgenauigkeit: Jene bei den einzelnen Elementen, und jene bei den unzähligen Schnittstellen und Übergängen – im variantenreichen Zusammenspiel auf und hinter der Baustelle.